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Aktenzeichen 1 S 64/16
      Pferd trifft Nachbarpferd am Kopf!

Ein Boxenunfall wurde verursacht durch das Nachbarpferd, welches das andere Pferd mit dem Huf an den Kopf getreten hatte. An der mangelhaften Boxengestaltung - über eine Trennstange hinweg hatten die benachbarten Pferde die Möglichkeit der offenen Kommunikation - lag dies jedoch, wie der Sachverständige vor Ort feststellte, nicht. 

Es handele sich bei der Konstruktion der Boxen um eine fachgerechte Form der Pferdehaltung, bei der der soziale Kontakt unter Artgenossen gerade erwünscht sei. Sicherlich gehe damit auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko einher, was dadurch von den Pferdebesitzern in Kauf genommen werde, dass sie ihren Pferden diese Form der artgerechten Haltung zukommen lassen.Dass jedoch das eine Pferd das andere durch Steigen oder Ausschlagen mit dem Huf am Kopf verletze, sei dennoch kein gewöhnliches, hinzunehmendes tierisches Verhalten,auch nicht bei dieser Boxenhaltung, sondern die typische Realisierung der Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens und damit ein Fall der Tierhalterhaftung. ln diesem Fall musste also der Halter des Nachbarpferdes für den Schaden aufkommen, so entschied das Landgericht Münster.