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Aktenzeichen 21 U 14/16
      Landwirt haftet für kontaminierte Silage!

Wenn ein Landwirt von ihm hergestellte, kontaminierte Silage an ein bei ihm eingestelltes Pferd füttert und das Tier dadurch erkrankt, kann er dem Einsteller gegenüber verschuldensunabhängig haften.

Die Kläger sind Eigentümer eines Pinto-Wallachs, den sie im Pensionspferdebetrieb des Beklagten eingestellt hatten. Es war vereinbart, dass der Beklagte das Pferd versorgt und es unter anderem auch mit Heu sowie selbst hergestellter Silage fütterte. Der Wallach erkrankte 2011 zeitgleich mit anderen Pferden im Stall, die ebenfalls vom Beklagten mit selbst hergestellter Silage gefüttert worden waren. Wie Untersuchungen ergeben hatten, war bei den Pferden eine Botulismus-Erkrankung ausgelöst worden, für deren Ursache nur die Silage in Betracht kam. Die Behandlungskosten, die die Kläger an den Tierarzt bezahlen mussten, betrugen 15.700 Euro. 

In erster Instanz war der Beklagte dazu verurteilt worden, diese Behandlungskosten zu übernehmen. Die Berufung des Betriebsleiters blieb erfolglos und er nahm sie zurück, nachdem der für das Berufungsverfahren zuständige 21. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm auf die Erfolglosigkeit hingewiesen hatte.

Auch ohne eigenes Verschulden hafte der Beklagte für die entstandenen Tierarztkosten, so der Senat. Das Produkthaftungsgesetz lege eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung für die Fehler des Produktes, das er hergestellt hatte, auf. Die Silage sei ein Produkt im Sinne dieses Gesetzes, das durch die Botulismus-Erreger einen bestimmungswidrigen Fehler aufgewiesen habe. Die Gefahr einer Kontamination der Silage, die zur Entstehung von Botulintoxin führen könne, sei allgemein bewusst gewesen, so entschied das Oberlandesgericht Hamm.