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Aktenzeichen 17 U 52/16
      Verletzungsrisiko in der Offenstallhaltung!

Die Klägerin hatte ihr Pferd in einer Offenstallhaltung untergebracht. Das Pferd hatte eine schwere Verletzung am hinteren Bein, die vermutlich auf eine Schlagverletzung zurückzufuhren war. Den Unfallhergang selbst hatte niemand beobachtet. Allerdings sei nur ein weiteres Pferd der Gruppe mit Hufeisen beschlagen gewesen.

Die Klage wurde abgewiesen, weil die Klägerin nicht eindeutig nachweisen konnte, durch welches Pferd die Verletzung verursacht wurde. Denn auch eine Eigenverletzung konnte nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass allein die bloße Anwesenheit mehrerer Tiere am Ort eines Verletzungsgeschehens keine (gesamtschuldnerische) Haftung begründet.

Zuletzt scheiterte eine Haftung der Beklagten auch nach den Grundsätzen des „Handelns auf eigene Gefahr“. Wer sein Pferd in einer Offenstallherde hält, weiß um das gewöhnliche und mit der artgerechten Gruppenhaltung in gewissem Umfang untrennbar verbunden Verletzungsrisiko, so entschied das Oberlandesgericht Schleswig.