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Aktenzeichen 20 U 157/15
      Unfall beim Springturnier!

Die Tierhalterhaftpflichtversicherung muss die verletzte Reiterin nicht entschädigen, wenn das Pferd ihrem Vater gehört!

Im August 2014 stürzte ein Pferd bei einem Springturnier über ein Hindernis. Bei dem Unfall verletzte sich die Reiterin, deren Vater das Tier gehörte. Seine Tierhalterhaftpflichtversicherung müsse für die Unfallfolgen einstehen, meinte der Pferdebesitzer. Sie sei zuständig für Schäden, die das Pferd Dritten zufüge und für die er als Tierhalter haften müsse. Wegen des vom Pferd verursachten Reitunfalls habe die Tochter gegen ihn berechtigte Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Doch die Versicherung winkte ab. Haftpflichtansprüche von verletzten Angehörigen des Versicherungsnehmers seien vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, teilte das Unternehmen mit.Im Übrigen handelten Teilnehmer eines Turniers sowieso auf eigene Gefahr und hätten schon deswegen keinen Anspruch auf Schadenersatz. Vergeblich versuchte der Pferdehalter, die Versicherungsleistungen einzuklagen. Ob Ansprüche einer Geschädigten berechtigt seien, entscheide allein die Versicherung, erklärte das Oberlandesgericht (OLG) Hamm. Sie prüfe den Vorfall. Ob die Versicherung dann die Forderungen erfülle oder versuche, diese abzuwehren, stehe ihr frei. Hier müsse das Unternehmen jedoch den Unfallhergang gar nicht überprüfen, denn die Forderung sei von vornherein unbegründet. 

Zu Recht verweise der Versicherer auf die einschlägigen Vertragsklauseln. Die vom Pferd verletzte Tochter des Versicherungsnehmers sei keine „dritte Person“ im Sinne der Versicherungsbedingungen. Sie sei vielmehr als Angehörige des Tierhalters und als Tierhüterin mitversichert, die während des Springturniers das Pferd in eigener Verantwortung geritten habe.Versichert sei die Tochter in der Tierhalterhaftpflichtversicherung allerdings nicht, wenn sie selbst vom Pferd verletzt werde.Bei der Haftpflichtversicherung bedeute „mitversichert“: Die Reiterin sei ebenso wie der Tierhalter gegen Ansprüche Dritter versichert, die durch das Pferd geschädigt werden, so entschied das Oberlandesgericht Hamm.